Die Initiative Handwerk 2025

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Die Initiative Handwerk 2025

STANDPUNKT

Das Handwerk stellt sich den Themen Digitalisierung, Personal und Organisation

Ein Interview mit Klaus Hofmann, dem Vize-Präsidenten der Handwerkskammer Mannheim, Rhein-Neckar-Odenwald

KH aktuell:

Die Handwerksbetriebe im Neckar-Odenwald gehören zum Rückgrat der Wirtschaft. Damit das in Zukunft auch so ist, gibt es seit 2016 die Initiative Handwerk 2025. Was bedeutet denn diese Initiative für unsere Handwerker?

Die Initiative Handwerkskammer 2025 ist ein Schulterschluss der Wirtschaftsmacht Handwerk mit unserer
Landesregierung. Ziel der Kampagne ist es wie Sie Eingangs schon erwähnt haben, die Handwerksbetriebe
„Zukunftsfit“ für die Herausforderung unseres Zeitalters zu machen.

Drei Schwerpunkte heben sich bei der Initiative hervor.
Dies sind:
1. Die Anwendung bzw. die Umsetzung der Digitalisierung im Betrieb
2. Dem Fachkräftemangel erfolgreich entgegen zu wirken (Stichwort Ausbildung)
3. Die Fachkräfte im Betrieb zu halten (z.B. durch Maßnahmen der Fort u. Weiterbildung)

Zu Beginn der Kampagne in 2015 haben sich alle 8 Handwerkskammern in Baden Württemberg dazu
verpflichtet diese Themen aufzugreifen und in Workshops den Ist-Zustand im Handwerk zu erörtern.
Damals kam man dann nach einem Jahr zur Erkenntnis, dass die Mehrzahl der Betriebe sich wenig oder
gar keine Überlegungen gemacht haben.
Die Initiative ist gut, denn 3 Jahre danach sieht die Prognose schon besser aus, ist aber noch ausbaufähig.

Bei der letzten gemeinsamen Veranstaltungen von Landdesregierung und der BWHT beim 2. Symposium im Februar war die Botschaft unseres Innenministers T. Strobl eindeutig:
Das Bundesland Baden Württemberg will auch in Zukunft wirtschaftlich in Europa ganz vorne dabei sein
und dazu ist alle Anstrengung seitens der Politik und der Wirtschaft von Nöten.

Übrigens, die neue industrielle Revolution ist nicht nur Thema des Handwerks, der Industrie und der Politik,
nein, unsere ganze Gesellschaft muss sich der Veränderung seit Beginn des 21. Jahrhunderts anpassen.
Wir werden uns auf jeden Fall in der Zukunft verändern.
Wir müssen auch auf jeden Fall die neuen Instrumente und digitalen Anwendungen nutzen.

KH aktuell:
Das hört sich nach sehr viel Entwicklung und Veränderung für jeden Einzelnen von uns an?

Mir ist es nur wichtig, dass wir erkennen, dass wir dabei immer noch Menschen bleiben und sinnvoll die Anwendungen nutzen. Das ist die Aufgabe der Kammern und Verbände, unsere Betriebe die nötige Unterstützung zu Leisten und alle Betriebe mit zunehmen.
Und direkt auf Ihre Frage, alle Betriebe müssen sich bewusst sein, dass sich unsere Arbeitswelt ändert. Bestimmt nicht für jeden Betrieb gleich, aber für jeden Betrieb bzw. für jedes Gewerbe werden unterschiedliche Anwendungen praktisch sein.
Auch wenn wir nicht wissen wo wir 2025 stehen, wir sind seit über 10 Jahren schon mitten in der Veränderung, aber wir wissen heute noch nicht wo wir uns wiederfinden.


KH Aktuell:
Die Umwälzungen in der Wirtschaft werden das Handwerk verändern. Wollen Sie eine Prognose wagen?
Die Umwälzung der Wirtschaft würde ich das nicht nennen. Ich würde eher sagen, dass dies eine Anwendung neuer Arbeitsprozesse ist, der wir uns nicht verschließen können.

Meine Prognose halte ich sehr allgemein. Wir Handwerker haben eine lange Geschichte, haben uns seit über 2000 Jahren angepasst. Und mir ist es um das Handwerk auch in Zukunft nicht bange.

Das Handwerk ist traditionell,
das Handwerk ist flexibel und
das Handwerk ist immer auf der Höhe der Zeit.


KH aktuell:
Herr Hofmann, vielen Dank für das Gespräch

KH aktuell ist das Magazin der Kreishandwerkerschaft Neckar-Odenwald-Kreis

 

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